Thema 04

Postnatale Depression – Welche Faktoren erhöhen das Risiko?

Praxisbezug: Etwa 10–15 % aller Mütter erleben in den Monaten nach der Geburt eine Wochenbettdepression. Risikofaktoren wie vorherige Depressionen, soziale Isolation und Stillschwierigkeiten lassen sich in Vierfeldertafeln auswerten — wichtig für die Frühprävention durch Hebammen und Sozialarbeiterinnen.

Anforderungen an Ihre Ausarbeitung

Inhalt
  • Klare Forschungsfrage und kurze Einordnung des Themas.
  • Echte Daten mit Quelle, Abrufdatum, Zeitraum und Stichprobengröße.
  • Alle recherchierten Datensätze müssen in einem passenden Diagramm dargestellt werden; Tabellen allein reichen nicht.
  • Mindestens drei statistische Kennwerte mit Rechnung, Bedeutung und Interpretation.
  • Mindestens zwei passende Diagrammarten mit vollständiger Beschriftung und Erklärung der Aussage.
  • Empfohlener Umfang der Ausarbeitung: 4–6 Seiten ohne Deckblatt und Quellenverzeichnis.
Statistik / Stochastik
  • Sofern das Thema es vorsieht: mindestens eine Wahrscheinlichkeitsberechnung oder ein begründetes Modell.
  • Bei mehrstufigen Situationen: Baumdiagramm, Pfadregeln oder Vierfeldertafel.
  • Rechnungen, Formeln und Diagramme nicht nur formal einbauen, sondern verständlich erklären: Was wurde berechnet, warum passt die Methode, was bedeutet das Ergebnis?
  • Grenzen der Daten nennen: Stichprobe, Messfehler, Verzerrungen, Korrelation ≠ Kausalität.
  • Die Hinweise unter den Aufgaben sind Arbeitshilfen und Beispiele. Verbindlich sind die Aufgaben und diese Anforderungen.
Abgabe und mündliche Verteidigung
  • Abgabe als PDF, maximal 40 MB.
  • Mündliche Verteidigung am Freitag in Person, ca. 15–20 Minuten pro Gruppe.
  • Sie müssen alles erklären können, was in Ihrer Ausarbeitung steht — Methoden, Quellen, Interpretationen.
  • Die Punktzahl bekommen Sie direkt nach der Verteidigung.

Detaillierte Aufgabenstellung

1

Recherchieren Sie die Prävalenz der postnatalen Depression in Deutschland. Wie unterscheidet sie sich vom „Babyblues“?

Hinweis (Arbeitshilfe): Prävalenz: ca. 13 % aller Mütter weltweit, in Deutschland ähnliche Größenordnung. „Babyblues“ ist eine vorübergehende Stimmungsschwankung — 50–80 % der Mütter betroffen, aber keine Depression.
2

Wählen Sie zwei Risikofaktoren (z. B. „frühere Depression“ und „soziale Isolation“). Stellen Sie für jeden eine Vierfeldertafel mit realen oder plausiblen Anzahlen auf.

Hinweis (Arbeitshilfe): Risikofaktor „frühere Depression“: P(postnatal | frühere Depression) ≈ 30–35 %, also etwa 2,5-mal höher als die Grundwahrscheinlichkeit.
3

Berechnen Sie die bedingte Wahrscheinlichkeit P(„postnatale Depression“ | „frühere Depression“) und vergleichen Sie sie mit der Grundwahrscheinlichkeit.

Hinweis (Arbeitshilfe): EPDS = Edinburgh Postnatal Depression Scale, international anerkanntes Screening-Tool mit 10 Fragen.
4

Stellen Sie die relativen Anteile in zwei verschiedenen Diagrammarten dar (z. B. gestapeltes Säulendiagramm + Kreisdiagramm).

Hinweis (Arbeitshilfe): Quelle Robert Koch-Institut: Frauengesundheitsbericht – Kapitel zur peripartalen Depression.
5

Diskutieren Sie kritisch: Wie wird die Diagnose gestellt (Edinburgh-Skala)? Welche Rolle spielen kulturelle Faktoren?

Hinweis (Arbeitshilfe): Vorsicht: P(A|B) ist nicht dasselbe wie P(B|A). Aus „70 % der depressiven Mütter hatten frühere Depressionen“ folgt nicht „70 % der Frauen mit früherer Depression bekommen postnatale Depression“.
Datenquellen: Robert Koch-Institut – Frauengesundheitsbericht, BZgA, WHO Mental Health Reports.
Schwerpunkte: Bedingte Wahrscheinlichkeit Vierfeldertafel Risikofaktoren Datenvisualisierung

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