Thema 03

ADHS-Diagnose – Wie verlässlich ist ein medizinischer Test? (Bayes)

Praxisbezug: Wenn ein Test eine Sensitivität von 85 % und eine Spezifität von 90 % hat – was bedeutet ein positives Ergebnis konkret? Bei der ADHS-Diagnose ist die Antwort überraschend: Selbst bei einem „guten“ Test sind viele positive Befunde Fehlalarme. Der Satz von Bayes zeigt, warum.

Anforderungen an Ihre Ausarbeitung

Inhalt
  • Klare Forschungsfrage und kurze Einordnung des Themas.
  • Echte Daten mit Quelle, Abrufdatum, Zeitraum und Stichprobengröße.
  • Alle recherchierten Datensätze müssen in einem passenden Diagramm dargestellt werden; Tabellen allein reichen nicht.
  • Mindestens drei statistische Kennwerte mit Rechnung, Bedeutung und Interpretation.
  • Mindestens zwei passende Diagrammarten mit vollständiger Beschriftung und Erklärung der Aussage.
  • Empfohlener Umfang der Ausarbeitung: 4–6 Seiten ohne Deckblatt und Quellenverzeichnis.
Statistik / Stochastik
  • Sofern das Thema es vorsieht: mindestens eine Wahrscheinlichkeitsberechnung oder ein begründetes Modell.
  • Bei mehrstufigen Situationen: Baumdiagramm, Pfadregeln oder Vierfeldertafel.
  • Rechnungen, Formeln und Diagramme nicht nur formal einbauen, sondern verständlich erklären: Was wurde berechnet, warum passt die Methode, was bedeutet das Ergebnis?
  • Grenzen der Daten nennen: Stichprobe, Messfehler, Verzerrungen, Korrelation ≠ Kausalität.
  • Die Hinweise unter den Aufgaben sind Arbeitshilfen und Beispiele. Verbindlich sind die Aufgaben und diese Anforderungen.
Abgabe und mündliche Verteidigung
  • Abgabe als PDF, maximal 40 MB.
  • Mündliche Verteidigung am Freitag in Person, ca. 15–20 Minuten pro Gruppe.
  • Sie müssen alles erklären können, was in Ihrer Ausarbeitung steht — Methoden, Quellen, Interpretationen.
  • Die Punktzahl bekommen Sie direkt nach der Verteidigung.

Detaillierte Aufgabenstellung

1

Definieren Sie Sensitivität (= P(Test positiv | krank)) und Spezifität (= P(Test negativ | gesund)) in eigenen Worten. Erklären Sie den Unterschied an einem konkreten Beispiel.

Hinweis (Arbeitshilfe): Formel von Bayes: P(K|T+) = P(T+|K) · P(K) / P(T+). Im Vierfeldertafel-Bild reicht: PPV = richtig-positive / (richtig-positive + falsch-positive).
2

Recherchieren Sie die ADHS-Prävalenz bei Kindern in Deutschland (KiGGS-Studie des RKI). Stellen Sie den Anteil insgesamt sowie nach Geschlecht in einem Säulendiagramm dar.

Hinweis (Arbeitshilfe): Beispielrechnung mit 10.000 Kindern, 5 % Prävalenz: 500 haben ADHS, 9.500 nicht. Bei 85 % Sensitivität: 425 richtig-positive. Bei 90 % Spezifität: 950 falsch-positive. PPV = 425 / (425 + 950) ≈ 31 %.
3

Erstellen Sie eine Vierfeldertafel für 10.000 Kinder mit Prävalenz 5 %, Sensitivität 85 %, Spezifität 90 %. Berechnen Sie alle vier Felder.

Hinweis (Arbeitshilfe): Das überrascht meistens: Nur ca. 1 von 3 positiven Tests ist „echt“ — bei einem als „gut“ geltenden Test.
4

Berechnen Sie P(„hat tatsächlich ADHS“ | „Test positiv“) – also den positiv-prädiktiven Wert. Erklären Sie das Ergebnis allgemeinverständlich.

Hinweis (Arbeitshilfe): KiGGS-Studie (RKI): ADHS-Diagnose-Prävalenz Kinder/Jugendliche ca. 4,4 %, bei Jungen höher als bei Mädchen.
5

Diskutieren Sie: Warum führt eine niedrige Prävalenz zu vielen Fehlalarmen? Was bedeutet das für die Diagnose-Praxis?

Hinweis (Arbeitshilfe): Visualisierung: Vierfeldertafel zusätzlich als gestapeltes Säulendiagramm darstellen.
Datenquellen: Robert Koch-Institut – KiGGS-Studie, Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA) Leitlinien ADHS, Lehrbücher Klinische Psychologie.
Schwerpunkte: Bedingte Wahrscheinlichkeit Satz von Bayes Vierfeldertafel Sensitivität/Spezifität

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