Thema 19

Pflegekräftebedarf bis 2050 – Reicht das Personal aus?

Praxisbezug: Mit der alternden Bevölkerung steigt der Pflegebedarf rasant. Aktuelle Vorausberechnungen zeigen, dass bis 2050 etwa 500.000 Pflegekräfte zusätzlich gebraucht werden — bei gleichzeitig schrumpfender Erwerbsbevölkerung. Eine Modellierungsaufgabe mit klarem Sozialberufs-Bezug.

Anforderungen an Ihre Ausarbeitung

Inhalt
  • Klare Forschungsfrage und kurze Einordnung des Themas.
  • Echte Daten mit Quelle, Abrufdatum, Zeitraum und Stichprobengröße.
  • Alle recherchierten Datensätze müssen in einem passenden Diagramm dargestellt werden; Tabellen allein reichen nicht.
  • Mindestens drei statistische Kennwerte mit Rechnung, Bedeutung und Interpretation.
  • Mindestens zwei passende Diagrammarten mit vollständiger Beschriftung und Erklärung der Aussage.
  • Empfohlener Umfang der Ausarbeitung: 4–6 Seiten ohne Deckblatt und Quellenverzeichnis.
Statistik / Stochastik
  • Sofern das Thema es vorsieht: mindestens eine Wahrscheinlichkeitsberechnung oder ein begründetes Modell.
  • Bei mehrstufigen Situationen: Baumdiagramm, Pfadregeln oder Vierfeldertafel.
  • Rechnungen, Formeln und Diagramme nicht nur formal einbauen, sondern verständlich erklären: Was wurde berechnet, warum passt die Methode, was bedeutet das Ergebnis?
  • Grenzen der Daten nennen: Stichprobe, Messfehler, Verzerrungen, Korrelation ≠ Kausalität.
  • Die Hinweise unter den Aufgaben sind Arbeitshilfen und Beispiele. Verbindlich sind die Aufgaben und diese Anforderungen.
Abgabe und mündliche Verteidigung
  • Abgabe als PDF, maximal 40 MB.
  • Mündliche Verteidigung am Freitag in Person, ca. 15–20 Minuten pro Gruppe.
  • Sie müssen alles erklären können, was in Ihrer Ausarbeitung steht — Methoden, Quellen, Interpretationen.
  • Die Punktzahl bekommen Sie direkt nach der Verteidigung.

Detaillierte Aufgabenstellung

1

Recherchieren Sie die aktuelle Zahl der Pflegekräfte und die Pflegebedürftigen-Zahlen (destatis, Bertelsmann „Themenreport Pflege 2030“). Stellen Sie die Entwicklung der Pflegebedürftigen als Liniendiagramm dar.

Hinweis (Arbeitshilfe): Startwerte: destatis meldete für Ende 2023 rund 5,69 Mio. Pflegebedürftige. Für Pflegekräfte verwenden Sie den aktuellsten Wert aus destatis oder einer Fachquelle und geben Jahr und Definition an.
2

Erstellen Sie zwei einfache Funktionsmodelle für die zukünftige Entwicklung: linear (gleichbleibender Zuwachs) und exponentiell (prozentualer Zuwachs).

Hinweis (Arbeitshilfe): Lineares Wachstum: y = a + b·t. Exponentielles Wachstum: y = y₀ · q^t mit q = 1 + Wachstumsrate.
3

Berechnen Sie für beide Modelle die Prognose für 2030, 2040, 2050. Stellen Sie sie als Liniendiagramm gegenüber.

Hinweis (Arbeitshilfe): Wachstumsrate der Pflegebedürftigen ca. 2,5 % p. a. (aus realer Entwicklung der letzten 10 Jahre berechenbar).
4

Vergleichen Sie Ihre Modellprognosen mit der offiziellen destatis-Vorausberechnung. Tragen Sie die offiziellen Werte in dasselbe Liniendiagramm ein und entscheiden Sie, welches Modell besser passt.

Hinweis (Arbeitshilfe): destatis-Vorausberechnung Pflege 2030 / 2050: Pflegebedürftige steigen auf ca. 6,8 Mio. (2050) — passt eher zum exponentiellen Modell.
5

Diskutieren Sie: Welche Maßnahmen werden diskutiert, um die Lücke zu schließen (Zuwanderung, Bezahlung, Roboter, Familienpflege)?

Hinweis (Arbeitshilfe): Diagrammtipp: zwei Linien im selben Diagramm (linear vs. exponentiell) machen den Unterschied der Modelle anschaulich.
Datenquellen: destatis Pflegestatistik, Bertelsmann „Themenreport Pflege 2030“, Bundesministerium für Gesundheit.
Schwerpunkte: Lineare vs. exponentielle Funktionen Trendextrapolation Modellvergleich Liniendiagramm

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