Thema 16

Kindeswohlgefährdung – Wo in Deutschland werden die meisten Fälle gemeldet?

Praxisbezug: Jugendämter erfassen jährlich rund 60.000 bestätigte Kindeswohlgefährdungen. Die Häufigkeit pro 1.000 Kinder unterscheidet sich zwischen den Bundesländern stark — eine zentrale Information für die Sozialarbeit und Jugendhilfe.

Anforderungen an Ihre Ausarbeitung

Inhalt
  • Klare Forschungsfrage und kurze Einordnung des Themas.
  • Echte Daten mit Quelle, Abrufdatum, Zeitraum und Stichprobengröße.
  • Alle recherchierten Datensätze müssen in einem passenden Diagramm dargestellt werden; Tabellen allein reichen nicht.
  • Mindestens drei statistische Kennwerte mit Rechnung, Bedeutung und Interpretation.
  • Mindestens zwei passende Diagrammarten mit vollständiger Beschriftung und Erklärung der Aussage.
  • Empfohlener Umfang der Ausarbeitung: 4–6 Seiten ohne Deckblatt und Quellenverzeichnis.
Statistik / Stochastik
  • Sofern das Thema es vorsieht: mindestens eine Wahrscheinlichkeitsberechnung oder ein begründetes Modell.
  • Bei mehrstufigen Situationen: Baumdiagramm, Pfadregeln oder Vierfeldertafel.
  • Rechnungen, Formeln und Diagramme nicht nur formal einbauen, sondern verständlich erklären: Was wurde berechnet, warum passt die Methode, was bedeutet das Ergebnis?
  • Grenzen der Daten nennen: Stichprobe, Messfehler, Verzerrungen, Korrelation ≠ Kausalität.
  • Die Hinweise unter den Aufgaben sind Arbeitshilfen und Beispiele. Verbindlich sind die Aufgaben und diese Anforderungen.
Abgabe und mündliche Verteidigung
  • Abgabe als PDF, maximal 40 MB.
  • Mündliche Verteidigung am Freitag in Person, ca. 15–20 Minuten pro Gruppe.
  • Sie müssen alles erklären können, was in Ihrer Ausarbeitung steht — Methoden, Quellen, Interpretationen.
  • Die Punktzahl bekommen Sie direkt nach der Verteidigung.

Detaillierte Aufgabenstellung

1

Recherchieren Sie die destatis-Statistik „Gefährdungseinschätzungen nach § 8a SGB VIII“ der letzten 5 Jahre.

Hinweis (Arbeitshilfe): destatis: „Kinder- und Jugendhilfestatistik“, Tabelle 22531-0001 ff. Frei als Excel exportierbar.
2

Stellen Sie die Häufigkeit bestätigter Kindeswohlgefährdungen pro 1.000 Kinder nach Bundesländern dar (Säulendiagramm).

Hinweis (Arbeitshilfe): Typische Spannweite: Bremen und Hamburg ca. 7–9 Fälle pro 1.000 Kinder, Bayern und BW eher 3–5. Stadtstaaten generell höher.
3

Berechnen Sie Mittelwert, Median, Spannweite und Standardabweichung über die 16 Bundesländer.

Hinweis (Arbeitshilfe): Interpretationshilfe: „Hohe Rate“ kann bedeuten: mehr tatsächliche Gefährdung, bessere Erfassung durch Jugendämter oder niedrigere Meldeschwelle. Diese Deutungen passen gut in die Diskussion.
4

Erstellen Sie eine zweidimensionale Häufigkeitstabelle: Geschlecht des Kindes × Hauptgefährdungsart. Stellen Sie die Verteilung zusätzlich als gestapeltes Säulendiagramm dar. Wenn Sie eine Vierfeldertafel nutzen möchten, wählen Sie eine Gefährdungsart gegen „alle anderen“.

Hinweis (Arbeitshilfe): Median ist hier oft aussagekräftiger als der Mittelwert, weil ein oder zwei Stadtstaaten den Schnitt nach oben ziehen.
5

Diskutieren Sie: Was bedeutet eine hohe Rate — mehr Fälle oder mehr Aufmerksamkeit der Behörden? Wie groß ist die Dunkelziffer?

Hinweis (Arbeitshilfe): Geschlecht: Mädchen häufiger sexueller Missbrauch, Jungen häufiger körperliche Gewalt — Unterschiede sind aber kleiner, als oft angenommen.
Datenquellen: destatis – Kinder- und Jugendhilfestatistik, DJI, Bundesarbeitsgemeinschaft der Kinderschutz-Zentren.
Schwerpunkte: Mittelwert / Median / Standardabweichung Säulendiagramm Vierfeldertafel Datenkritik

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